In der Studie (N)Onliner Atlas 2010 dokumentiert die Initiative D21 die Nutzung des World Wide Web in Deutschland. In diesem Jahr hat sich die Zahl der Internetnutzer landesweit deutlich vergrößert. 72 Prozent bzw. 48,3 Millionen Menschen ab 14 Jahren sind bereits online. Das sind rund drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, Tendenz steigend.
Diese eigentlich positive Entwicklung hat aber eine Kehrseite: Längst nicht alle Deutschen sind Teil der digitalen Gesellschaft. Gut jeder Vierte nutzt das Internet gar nicht – eine digitale Kluft entsteht. Jugendliche sind häufiger im Netz als Senioren, Menschen mit Hochschulreife nutzen das Web öfter als solche mit Hauptschulabschluss. Zudem gibt es Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern, denn Ostdeutsche surfen weniger als Westdeutsche. Das heißt: Die Internetnutzung ist noch lange nicht selbstverständlich.
Ein Blick lohnt sich auch auf die geschlechtsspezifische Nutzung: Weniger als zwei Drittel der deutschen Frauen sind online. Dagegen sind rund 15 Prozent mehr Männer im Netz unterwegs. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich dieser Unterschied sogar noch: Viele Frauen über 50 Jahren verlieren den Anschluss an die digitalisierte Welt. Sie sind die größte Gruppe, die das Internet nicht nutzt.
Für Gesundheitsdienstleister stellen sie jedoch eine wichtige Zielgruppe dar. Da sie über das Internet nur schwer erreichbar sind, müssen Krankenhäuser, Praxen und Apotheken auf anderen Wegen mit ihnen kommunizieren. Printprodukte wie Patientenbroschüren oder Kundenmagazine haben also längst nicht ausgedient. Im Gegenteil: Bei der Erschließung älterer Zielgruppen sind sie geeignete Medien. Anderseits dürfen digitale Kommunikationswege nicht vernachlässigt werden. Denn ein Leben ohne Internet ist bei der jüngeren Generation unvorstellbar. Eine schwierige Aufgabe, die es für die deutsche Gesundheitsbranche zu bewältigen gilt.
