01
Sep
2010
Social Media    von: Röllin

Dabei sein ist alles – oder?

Der Hype um Social Media und Web 2.0 scheint kein Ende zu nehmen. Online-Kommunikationsportale wie Twitter oder YouTube erhalten von den Medien viel Aufmerksamkeit. Sie vermitteln den Eindruck, als blogge die ganze Welt. Doch der Schein trügt: Denn obwohl gemäß der neusten ARD/ZDF-Online Studie 69,4 Prozent der Deutschen zumindest manchmal online sind, nehmen nur wenige aktiv am Web 2.0 teil, dem so genannten Mitmachnetz. Wie auch die Neue Zürcher Zeitung berichtet, sind die neuen Netzwerke alles andere als ein wachsender Trend.

In erster Linie gaben die Befragten der Studie an, das Internet sowie Web-2.0-Anwendungen hauptsächlich zu nutzen, um sich zu informieren oder um sich abzulenken. Nur eine kleine Minderheit zwitschert regelmäßig auf Twitter oder kommentiert aktuelle Ereignisse. Zwar besuchen rund 60 Prozent der Befragten regelmäßig Blogs, aktiv beteiligen sie sich aber nicht daran. Nur gerade sieben Prozent finden es interessant, selbst Beiträge zu schreiben und sie ins Netz hochzuladen.

Das Ergebnis der Studie scheint also nahezulegen, dass Blogs und Twitter größtenteils passiv genutzte Dienste sind. Den Internetgängern ginge es demnach eher darum, Informationen zu bestimmten Themen und Angeboten abzurufen zu können anstatt selbst zu bloggen.

Krankenhäuser könnten hier anknüpfen, indem sie mittels Webdiensten wie Twitter oder einem eigenen Blog ihre Patienten über die neusten medizinischen Erwerbungen, spezielle Behandlungstechniken oder Besonderheiten ihres Hauses informieren. Sind diese Informationen durch einen bloggenden Mitarbeiter anschaulich verpackt und so mit einem persönlichen Touch versehen, liefern sie den Patienten ein viel deutlicheres Bild des Krankenhauses als ein schlichter Internetauftritt. Dabei dürfen Kliniken aber auch nicht außer Acht lassen, dass längst nicht alle Patienten das Internet zur Informationsbeschaffung nutzen: Traditionelle Kommunikationswege, zum Beispiel Printprodukte, sollten daher auch weiterhin bedient werden.

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