… nicht nur den x-ten Superstar, das schönste Topmodel oder das Supertalent – nein, Deutschland sucht auch den Super-Arzt. Behauptet zumindest SZ-Redakteur Werner Bartens in der Kolumne „Medizin und Wahnsinn“ und nimmt damit Bezug auf die gängigen Ärztelisten. Dazu beschreibt Bartens das Zusammentreffen einer Männer-Sporttruppe, die die Wahl ihres Lieblingsspezialisten in Weiß begründet. Diese Argumentationen sind durchaus nicht immer nachvollziehbar – so wird ein geschmackvoller Teppich als ausschlaggebender Faktor für den Besuch eines Arztes genannt oder die Tatsache, dass der favorisierte Mediziner zusätzlich ein mongolisches Olympiateam betreut.
Die Beweggründe, sich für den einen oder anderen Arzt zu begeistern, seien mal dahingestellt, denn offensichtlich sind sie individuell und meist nicht repräsentativ. Interessant wird es jedoch an der Stelle, an der Patienten ihre Meinung zu bestimmten Ärzten, Praxen oder Kliniken im Internet kundtun. So wie bei dem Internetauftritt spickmich.de, auf dem Schüler den Spieß umdrehen und ihren Lehrern Noten verpassen, gibt es Portale, auf denen Patienten über Daumen rauf oder runter für medizinisches Personal, ihre Leistungen oder die Klinik insgesamt entscheiden.
Ob man sie gutheißt oder nicht – diese Websites zu ignorieren, kann negative Folgen nach sich ziehen, denn: Immer mehr Patienten recherchieren im Internet und orientieren sich dabei auch am Urteil anderer. Regelmäßig einen Blick auf die Portale zu werfen und bei andauernden schlechten Bewertungen der Ursache auf den Grund zu gehen, sollte heute daher ein selbstverständlicher Bestandteil der kommunikativen Arbeit an Krankenhäusern sein – ebenso wie die regelmäßige Pflege und Aktualisierung des eigenen Internetauftritts.
