Hat ein Komapatient das Recht zu sterben oder soll er über Jahre hinweg durch eine Ernährungssonde am Leben gehalten werden? Wie werden knappe Ressourcen auf eine große Patientenzahl aufgeteilt? Ist die künstliche Erzeugung und Selektion von so genannten „Retter-Babys“ nach genetischen Kriterien ethisch verantwortbar? All dies sind Fragen, auf die das reguläre Medizinstudium keine Antwort gibt – und doch begegnen sie Ärzten täglich.
Im Umgang mit Patienten tragen sie nicht nur medizinische, sondern auch ethische Verantwortung. Das Fach Medizinethik bildet im Studium aber nur einen kleinen Anteil, so dass Ärzte folgenreiche Entscheidungen oft individuell und aus dem bloßen Bauchgefühl heraus treffen müssen.
Mit dem Masterstudiengang Medizinethik bietet die Universität Mainz Ärzten und medizinischem Personal des Gesundheitswesens nun eine Möglichkeit , ethische Kompetenzen zu erwerben. Angesichts der rasanten Fortschritte in der Medizinforschung werden diese auch dringend benötigt: Gentechnik, Stammzellenforschung, künstliches Leben – die Medizin dringt zunehmend in Bereiche vor, über deren ethische Verantwortbarkeit entschieden werden muss.
Kliniken können von dem steigenden Bedarf an Medizinethik profitieren und sich durch entsprechende Kompetenzen profilieren. Die Einrichtung eines Ethikkomitees beispielsweise vermittelt vielen Menschen das Vertrauen, nicht nur klinisch, sondern auch ethisch gut versorgt zu werden. Krankenhäuser, die so im Sinne der Patienten handeln, verfügen über ein nicht zu unterschätzendes Qualitätsmerkmal – und das sollten sie auch nach außen hin zeigen.

Die Fragen zu Anfang haben mich gleich gefesselt. Da rutscht man nicht nur so durch,durch den Artikel, da bleibt auch was hängen!