Archiv für die Kategorie ‘Employer Branding’

Das Land, wo Milch und Honig fließen?

Donnerstag, 12. August 2010

Für viele Ärzte, vermehrt auch für Jungmediziner, ist die Schweiz das Land ihrer Träume. In der Hoffnung, dort bessere Arbeitsbedingungen vorzufinden, wandern viele Deutsche aus (vgl. Zeit Online-Artikel vom 22. Mai 2010). Aber ist es in der Schweiz tatsächlich um so vieles besser als in Deutschland? Bei Schweizer Assistenzärzten überwiegt nämlich eher bittere Enttäuschung als Freude am Beruf. „Es wird erwartet, dass wir uns alles gefallen lassen“, so ein Schweizer Assistenzarzt in einem Interview mit dem Magazin NZZ Folio. Die jungen Mediziner müssen so einiges ertragen: Obwohl die wöchentliche Arbeitszeit auf 50 Stunden begrenzt ist, sind 12-Tage-Schichten und Überstunden keine Ausnahme. Im Gegenteil: Der Verband der Schweizerischen Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte berichtet von Fällen, in denen Chefärzte ihren Untergebenen empfehlen, nach der regulären Arbeitszeit auszustempeln und trotzdem weiterzuarbeiten. Etliche Assistenzärzte nehmen diese unbezahlten Überstunden in Kauf, um auf die Anzahl der Operationen zu kommen, die für den Facharzttitel nötig sind. (weiterlesen…)

„Froh zu sein bedarf es wenig“

Montag, 02. August 2010

… so titelt Felix Berth auf sueddeutsche.de. Wie ging das Lied doch gleich weiter? „Und wer froh ist, ist ein König“. Oder eine Frau. Zwei Studien von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), der Universität Bielefeld und der Universität Konstanz ergaben: Frauen genügt ein geringeres Gehalt als Männern. Darüber hinaus ist das weibliche Geschlecht offenbar der Ansicht, dass es auch tatsächlich weniger verdienen sollte. Das Ergebnis überraschte sogar die Wissenschaftler. Diese Äußerungen standen übrigens nicht in Zusammenhang mit dem Bildungsgrad der Probandinnen – studierte Frauen und ungelernte Hilfsarbeiterinnen antworteten hier einhellig.

Frauen erhalten im Schnitt 20 Prozent weniger Lohn als Männer – eine Tatsache. Dass sie diesen Unterschied allerdings tolerieren bzw. gutheißen, steht auf einem ganz anderen Blatt. So empfanden befragte Frauen und Männer in einer der Studien ein bestimmtes Gehalt bei einem Arzt als gerechtfertigt. Bei einer Ärztin beurteilten sie einen niedrigeren Lohn als angemessen, obwohl alle begleitenden Umstände gleich waren. Das Verfahren der Erhebung erfuhr im Nachgang zwar Kritik (vgl. Printausgabe der FAZ vom 10. Juli 2010), dennoch steht das Ergebnis der Studie nun erstmal und wurde medial vielfach aufgegriffen. (weiterlesen…)

Die Zukunft der Medizin ist weiblich

Mittwoch, 07. Juli 2010

…schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in ihrem Artikel „Die Ärztinnen sind da“ und greift damit einen Trend auf. Bereits jetzt sind 64 Prozent der Medizinstudenten Frauen – voraussichtlich werden es sogar noch mehr. Bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft stellt sich für sie fast immer auch die Frage: Karriere oder Kinder? Beides ginge ja wohl nicht. Denn noch scheint die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Medizin ein schwieriges Feld zu sein, insbesondere für Frauen, die eine wissenschaftliche Karriere anstreben. Die Medizinische Hochschule Hannover ist bislang eine Ausnahme im Hochschulsystem: Sie bietet den Beschäftigten 375 eigene Krippen- und Kitaplätze. Obwohl das die hohe Nachfrage nicht deckt, geht die MHH damit einen Schritt in die richtige Richtung, um Wissenschaftlerinnen eine Karriere mit Kind schmackhaft zu machen. (weiterlesen…)

Ärztemangel oder mangelndes Angebot?

Montag, 17. Mai 2010

In Zeiten eines rubrikweiten Ärztemangels und mit 5000 offenen Arztstellen in Krankenhäusern klingt folgender Ausspruch fast schon provokant: “Kliniken mit gutem Ruf haben keine Nachwuchssorgen” – so der Berliner Unfallchirurg Professor Axel Ekkernkamp im Interview mit der Ärzte Zeitung.

Und schiebt direkt hinterher, was ein gutes Krankenhaus eigentlich ausmacht: Es bietet ein offenes Arbeitsklima, sinnvolle Weiterbildungen und weist genügend Patienten auf, so dass die Mediziner viele Inhalte ihrer Qualifizierung abdecken können – und dabei sei es egal, ob sich das Haus in der Stadt oder in einer ländlichen Gegend befinde. Hauptsache, das Angebot stimmt. (weiterlesen…)

Es hat sich ausgewandert

Montag, 03. Mai 2010

Unserem medizinischen Nachwuchs verspricht die „Zeit“ eine rosige Zukunft: 5000 Stellen in deutschen Krankenhäusern sind unbesetzt, die Arztgehälter wachsen im zweistelligen Prozentbereich und eine Facharztausbildung gibt es jetzt sogar vertraglich garantiert. Die These des Autors: Der Anreiz, als Assistenzarzt ins Ausland zu gehen, dürfte unter diesen Bedingungen bald verschwinden.

Die Realität in deutschen Krankenhäusern sieht indes ganz anders aus. Erst eine im April erschienene Studie zeigt, dass ein Viertel der befragten Chirurgen unter den hohen beruflichen Anforderungen leidet. 80 Prozent fühlen sich nach der Arbeit zu müde für den Sportverein oder Familienaktivitäten. Fast die Hälfte der Befragten sieht die Qualität der Patientenversorgung durch Überarbeitung beeinträchtigt. Und ein Drittel träumt gar mehrere Male im Monat davon, im Ausland zu arbeiten. Die Unzufriedensten unter den Befragten sind die Assistenzärzte. (weiterlesen…)