Archiv für die Kategorie ‘Gesundheitskommunikation’

„Rettet die Medizin“ – eine Rezension

Donnerstag, 19. Oktober 2017

„Menschlichkeit, Qualität und ökonomisches Denken in der Medizin sind keine Widersprüche. Doch die Medizin ist in die Defensive geraten.“ Das behauptet zumindest der Arzt Peter P. Pramstaller. In „Rettet die Medizin“ analysiert und beschreibt er die Fehlentwicklung der Medizin in Folge der Ökonomisierung, bietet aber auch Lösungsansätze an – insbesondere für Mediziner.

Pramstaller ist Arzt, Wissenschaftler und Manager. Seine Sichtweise auf die Problematik der Weiterentwicklung des Krankenhauses wirkt daher stets interdisziplinär. Ihm zufolge ist es ein großer Fehler, dass Ärzte die Gestaltung ihres Arbeitsfeldes Politikern und Controllern überlassen und sich aufgrund mangelnder Managementkenntnisse als Entscheider zurückziehen. Die Folgen seien Unzufriedenheit bei Mitarbeitern und Patienten sowie sinkende Behandlungsqualität. Daher ruft Pramstaller explizit Mediziner auf, sich aktiv am Krankenhausmanagement zu beteiligen und damit letztendlich auch die Zukunft der Krankenhausökonomisierung zu gestalten – dem Buchtitel wird er damit mehr als gerecht. (mehr …)

Krankenhauskommunikation in Deutschland und in den Niederlanden: Publikation erschienen

Montag, 09. Oktober 2017

Was können deutsche und niederländische Krankenhäuser in puncto Kommunikation voneinander lernen? Diese Frage beschäftigte ein wissenschaftliches Forschungsprojekts des Zentrums für Niederlande-Studien der WWU Münster und der Kommunikationsagentur lege artis (Zeitraum 2014–2015). Der Schwerpunkt lag auf dem Bereich Onlinekommunikation. Die Ergebnisse finden sich jetzt in dem Band „Organisationskommunikation von Krankenhäusern online – Die Niederlande und Deutschland im Vergleich“ von Dr. Lisa Terfrüchte, Zentrum für Niederlande-Studien.

Bereits 2014 fand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik und Praxis zu einigen der Forschungsfragen statt. Auf einer anschließenden Fachtagung mit Kommunikationsverantwortlichen aus Krankenhäusern wurden 2015 dann erste Erkenntnisse vorgestellt. Der kürzliche erschienene Band gibt nun eine wissenschaftliche Einordnung der Thematik und fasst die Ergebnisse in Aufsatzform zusammen. (mehr …)

Studie: Medizinisches Fachpersonal als Gatekeeper im privaten Umfeld

Montag, 02. Oktober 2017

Persönliche Gespräche mit medizinischen Experten sind eine der meistgenutzten Quellen, wenn es um die eigene Gesundheit oder die der Angehörigen geht. Doch was sind die Gründe dafür? Wieso werden Ärzte und Pflegepersonal auch außerhalb ihres Jobs zu Gesundheitsthemen befragt, obwohl unzählige andere Informationen zur Verfügung stehen? Eine Studie klärt auf. (mehr …)

Reden hilft – Neue Broschüre zur Patientensicherheit

Freitag, 15. September 2017

Dem möglicherweise gefährlichen Schweigen etwas entgegensetzen: Mit der neuen Broschüre „Reden ist der beste Weg – Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten und ihre Angehörigen nach einem Zwischenfall oder Behandlungsfehler“ hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit eine konkrete Hilfe herausgegeben. Wie kann ich als Patient meinen Arzt ansprechen, wenn mir etwas Ungewöhnliches aufgefallen ist? Wie trage ich durch eigenes Handeln dazu bei, dass Fehler vermieden werden können? Dazu gehört etwa, den Arzt oder das Pflegepersonal direkt zu korrigieren und nachzuhaken, wenn man mit falschem Namen angesprochen wird.

Als Patient und Angehöriger aufmerksam sein, bei Unsicherheiten nachfragen, im Zweifel nicht locker lassen und sich Unterstützung holen: Neben Tipps zum Kommunikationsverhalten listet die Broschüre auch Stellen und Ansprechpartner auf, die beraten und ggf. handeln können. Zudem wird auf Publikationen des Bundesministeriums für Gesundheit verwiesen, die die Patientenrechte genau darstellen – allesamt wichtige Medien zum Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September.

Patienten gut informieren lernen – es geht voran: Update

Donnerstag, 14. September 2017

Update vom 14. September 2017: Das Ärzteblatt berichtet über eine Fachtagung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu den Themen Gesund­heits­förder­ung, Prävention und Verständ­nis von Patienten bzw. Gesundheitskompetenz. Wichtige Punkte unter anderem: Mehr Zeit für das Arzt-Patienten-Gespräch und Vergütung dieser Zeit.

Gesundheitskompetenz alias „Health literacy“ – schon oft hat sich kliniksprecher.de mit diesem Thema beschäftigt. Auch im Rahmen des 10. Kliniksprechertags in Münster ging es darum, wie Kliniksprecher mit ihrer Arbeit dazu beitragen können, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu steigern. Nachdem Bundesgesundheitsminister Gröhe im Januar gefordert hatte, das deutsche Gesundheitssystem müsse vor allem verständlicher und informativer werden, kam im Juni tatsächlich Bewegung in die Sache: Gemeinsam mit Vertretern von Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern und vielen weiteren Partnern rief der Minister in Berlin die „Allianz für Gesundheitskompetenz“ aus. Gröhe dazu: „Wir brauchen dringend mehr verständliche Gesundheitsinformationen. Denn nur wer gut informiert ist, kann Gesundheitsrisiken vermeiden und im Krankheitsfall durch eigenes Verhalten zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen.“ Doch wie sehen gute Gesundheitsinformationen eigentlich aus? Was genau macht sie verständlich? (mehr …)