05
Mai
2010
Patientenkommunikation    von: Wagner

Keine Fragen, bitte!

Der Arzt spricht nicht genügend mit den Krankenschwestern, er informiert sich beim Apotheker nicht über die Wechselwirkungen der Medikamente, die er verschreibt und behandelt Patienten im Schnelldurchgang, bei denen er besser mal etwas genauer nachgefragt hätte: So schildert ein niedergelassener Arzt aus einer nordrhein-westfälischen Großstadt die mangelnde Kommunikation in Krankenhäusern und Praxen auf „Welt online“.

Dabei wären doch gerade Ärzte und Schwestern ein Dreamteam im Krankenhaus: Geballtes Fachwissen versus vielerlei praktische Erfahrungen ergäben eine Kombination, die allen Patienten und nicht zuletzt auch besagten Ärzten und Schwestern zugute käme. So die blasse Theorie, doch im hierarchisch organisierten Klinikalltag dominiert scheinbar eher die Devise: „Keine Fragen, bitte!“

Da offenbart der Student oder Jungarzt lieber keine Wissenslücke, denn wer wenig fragt, gilt als fachlich kompetent, gerade beim Oberarzt. Dabei ließen sich doch viele Probleme und Missverständnisse lösen – mit ein paar ehrlichen Worten. Doch dieser Schritt erfordert Mut. Mut, der Erste zu sein, der sagt: „Ich könnte Ihre Hilfe gebrauchen. Sie sind da einfach der Fachmann.“ An dieser Stelle könnten Kliniken mit einem Kommunikationstraining für alle Parteien ansetzen, Situationen durchspielen und das Experiment wagen, verkrustete hierarchische Strukturen ein wenig aufzuweichen. Einen Versuch ist es wert.

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