Save the date - 14. März 2018 - 12. Kliniksprechertag
01
Jul
2013
Employer Branding    von: Luislampe

Kommunale Kliniken: Überleben dank Öffentlichkeitsarbeit?

Die deutschen Krankenhäuser haben 2011 und 2012 wirtschaftlich keine guten Jahre erlebt. Der neue „Krankenhaus Rating Report“ des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) macht vor allem Verluste, gestiegene Personalkosten und den großen Investitionsstau dafür verantwortlich. Dem RWI zufolge geraten gerade kommunale Kliniken – auch in finanzstarken Landkreisen – in die roten Zahlen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat diese Gruppe von Krankenhäusern kürzlich näher untersucht. Bei der Frage nach den wahrscheinlichsten Zukunftstendenzen nannten die 40 interviewten Geschäftsführer kommunaler Kliniken unter anderem: Kostendruck durch die Diagnostic Related Groups (DRGs), die demografische Entwicklung und die zunehmende Notwendigkeit von Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit.

„Die Öffentlichkeitsarbeit kann aus Sicht der Studienteilnehmer einen erheblichen Beitrag zur Fallzahlsteigerung liefern“, heißt es in der Studie. Um die Aussage besser einordnen zu können, hilft ein Blick auf die Risikofaktoren: Die Befragten bewerten Personalengpässe bei Fachkrankenpflegern, Ärzten und Pflegekräften als größte Bedrohung. Deshalb sehen sie hier auch am meisten Handlungsbedarf. Ein gutes Image als Arbeitgeber ist dabei natürlich von Vorteil. Viele Personaler setzen deshalb auf flexible Arbeitszeitmodelle, kümmern sich um Kita-Plätze oder präsentieren sich auf Jobmessen. Kurz: Sie kreieren eine Arbeitgebermarke – oder versuchen es zumindest.

Und wo sehen die befragten Geschäftsführer Entwicklungsmöglichkeiten? Auf Position 1 der TOP-5-Chancen für kommunale Häuser stehen Maßnahmen im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit. „Viele [dieser] Krankenhäuser leiden unter finanzieller Not bis hin zur Existenzbedrohung“, berichtet Dr. Gregor Elbel, Leiter der Life Science und Health Care-Sparte bei Deloitte. Wichtig sei es, die besonderen Kompetenzen des eigenen Hauses nach außen zu präsentieren und den Patienten so bei der Entscheidung zu helfen. „Ein ebenso wichtiger Kommunikationsweg besteht mit den einweisenden Ärzten“, betont Dr. Elbel. Ihre Empfehlung entscheidet oft darüber, wo sich Patienten behandeln lassen. Öffentlichkeitsarbeit kann einen „erheblichen Beitrag zur Fallzahlsteigerung“ erreichen. Scheinbar gehört Krankenhäusern mit einer funktionierenden Kommunikationsarbeit die Zukunft.

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