Wie war das damals eigentlich, in den Anfangszeiten des Internets? Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des Spiegels und einer der Gründer von Spiegel Online, erinnert sich im Gespräch mit der FAZ. Als erstes Magazin weltweit trat Spiegel Online 1994 im Web an.
Aufregende Pionierzeiten müssen das gewesen sein: Der machtlose Ressortleiter schrieb wütende Mails an die Verlagsleitung („Ich bestehe auf wöchentlichen Updates“), die Woche nach dem 11. September verbrachte die Redaktion fast schlaflos, und selbst 2002 war noch nicht an Erlöse aus dem Online-Auftritt zu denken.
Ähnlich wie damals dürfte es heute den meisten Einrichtungen mit dem Social Web gehen – die neuen Möglichkeiten verunsichern und faszinieren zugleich. Die Erfolgsgeschichte zeigt jedoch, dass es sich lohnt, von Anfang an dabei zu sein: „Spon“, wie das Internetmagazin von vielen genannt wird, prägte das deutsche Internet wie kein anderes Online-Magazin, denn es setzte in Sachen Nutzerführung und Layout Maßstäbe.
Das kann auch für Krankenhäuser ein Anreiz sein, neue Wege auszuprobieren. Es muss ja nicht gleich die Pionierleistung sein, die zum Gradmesser wird. Aber das Mini-Konzept für den Aufruf zur Blutspende-Aktion bei Facebook oder die Veranstaltungshinweise via Twitter wären ein guter erster Schritt.
