Ob man Facebook nun mag oder nicht, es sinnvoll oder eher nutzlos findet, ob man die Seite täglich oder nie aufruft: Komplett daran vorbei kommt man ja doch nicht. Dafür wird in den Medien zu ausführlich über die Vor- und Nachteile sowie über die sich scheinbar ständig ändernden Datenschutzbestimmungen berichtet.
Da kann schon mal die Frage aufkommen: Soll mein Unternehmen, mein Krankenhaus im Web 2.0 mitmischen, brauchen wir eine Facebookseite? Die Antwort lautet Jein. Denn nur wenn eine gute Idee und die Ressourcen, sie auch umzusetzen, dahinterstecken, ist die Beschäftigung damit die Mühe wert. Allein die Tatsache, eine Facebookseite zu besitzen, lockt noch niemanden hinter dem Ofen hervor. Wenn sie dann mitunter monatelang nicht gepflegt wird, ist es ohnehin zwecklos – und vermittelt einen schlechten Eindruck.
Im Interview mit dem Branchenportal Horizont.net erläutert der Kommunikationsberater Klaus Eck den großen Mehrwert von Facebook: Marken – und somit auch Krankenhäuser – können es bestmöglich als Rückkoppelungskanal für Feedback nutzen. Dabei müsse sich ein Unternehmen, das sich darauf einlässt, aber auch bewusst sein, dass jede publizierte Nachricht und Reaktionen darauf einen gewissen Kontrollverlust bedeuten. Zudem dürfe eine Fanpage nicht nur durch plumpe Werbebotschaften von sich reden machen, sondern sollte den tatsächlichen Austausch suchen. Als immens wichtig erachtet Klaus Eck darüber hinaus die Tatsache, dass eine Social-Media-Strategie mit konkreten Zielen vorliegt, die in den bestehenden Kommunikationsmix integriert wird.
Für Krankenhäuser bedeutet das: Es gibt viele Möglichkeiten, mit seinen Zielgruppen in Kontakt zu treten, sie zu informieren und über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Eine Facebookseite ist darunter nur eine Option, die vielleicht nicht zu jedem Haus und zu jeder Klientel passt. Sie ist aber auch ein Mittel, um einfach in den direkten Dialog zu treten, Meinungen und Einstellungen zu ermitteln. So ist ein solcher Auftritt beispielsweise zur Gewinnung von Ärztenachwuchs sinnvoll: Die Jungmediziner könnten sich einen ersten Eindruck vom Haus und den Arbeitsbedingungen verschaffen sowie unkompliziert Fragen stellen. Und das ist nur eine Variante, um mittels Social Web die Nase vorn zu haben.
