Save the date - 14. März 2018 - 12. Kliniksprechertag
10
Jun
2011
Patientenkommunikation    von: Ritz

Patientenkommunikation: lege artis

Was bitte ist eine Rhinitis? Und welche Krankheit bezeichnet das Wort Caphalgie? Verläuft eine Gastroenteritis womöglich tödlich? Auch wenn sich hinter den Begriffen nur ein Schnupfen, Kopfschmerzen und ein verdorbener Magen verbergen – medizinische Laien sind angesichts solcher Befunde oft ratlos. „Einen Übersetzerdienst für die Arztsprache: So etwas bräuchte man“, dachte sich deshalb die Medizinstudentin Anja Kersten, als sie einer Freundin wieder einmal eine Diagnose erklärte. Mit ihrem Kommilitonen Johannes Bittner startete sie daraufhin im Januar 2011 die Internetplattform washabich.de.


Patienten reichen dort ihre medizinischen Befunde ein – anonym per E-Mail oder per Fax. Knapp 40 angehende Ärzte übersetzen die Diagnosen dann in eine verständliche Sprache. Anja Kerstens Idee kam offensichtlich zur richtigen Zeit, denn die Nachfrage ist groß, wie die Wissenschaftssendung Quarks & Co zeigt: 150 Befunde bearbeitet das Team von washabich.de mittlerweile wöchentlich, Studierende von 20 medizinischen Fakultäten wirken an dem Projekt mit. Damit sie auch in schwierigen Fällen richtig dolmetschen, steht ihnen ein Team aus Ärzten und Psychologen zur Seite.

Von washabich.de profitieren alle Seiten: Statt sich wahllos durch den Informationsdschungel im Netz zu klicken, finden Patienten hier kompetente Ansprechpartner, die den individuellen Befund erklären. Und auch auf die angehenden Mediziner hat die Arbeit in der Initiative positive Effekte: Sie engagieren sich nicht nur ehrenamtlich, sondern üben gleichzeitig, Patienten in einer verständlichen Sprache zu informieren. Und wer sich angesichts der Zusatzarbeit Sorgen um die Noten macht: Auf das Examen dürfte sich das wiederholte Übersetzen von Fachbegriffen vorteilhaft auswirken …

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