Save the date - 14. März 2018 - 12. Kliniksprechertag
07
Nov
2012
Employer Branding    von: Ploghöft

Pflege im Krankenhaus: Innovative Modellprojekte

Mieses Image, schlechte Arbeitsbedingungen, wenig familienfreundlich: Die Arbeit in der Pflege erfreut sich derzeit nicht allzu großer Beliebtheit. Der Bedarf an qualifiziertem Personal nimmt dagegen stetig zu: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts steigt die Zahl der offenen Stellen im Jahr 2025 auf über 150.000 an. Schon jetzt dauere es im Durchschnitt 115 Tage, eine freie Position zu besetzen, sagt die Arbeitsagentur.

Zeit also, die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten und die Umstände in den Krankenhäusern zu verbessern. Ende Oktober präsentierte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf einer Fachtagung in Berlin ein neues Online-Portal mit dem etwas sperrigen Namen „Wegweisende Modelle zur Weiterentwicklung der Pflege im Krankenhaus“. Der Inhalt kann sich jedoch sehen lassen: In den drei Kategorien „Neue Arbeitsteilung“, „Familie, Freizeit und Beruf“ und „Lebensphasengerechtes Arbeiten“ stellt das BMG Modellprojekte aus unterschiedlichen Krankenhäusern vor. Diese Best-Practice-Beispiele sind vorab ohne Anspruch auf Vollständigkeit ausgewählt worden.

„Es gilt, die Arbeitsabläufe im Krankenhaus so zu verändern, dass sie in erster Linie dem Wohl der PatientInnen dienen und zugleich den Einsatz personeller und wirtschaftlicher Ressourcen verbessern. […] Dabei kommt neuen, innovativen Konzepten der Arbeitsorganisation eine zentrale Rolle zu: Eine Optimierung der Prozessabläufe, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf und Instrumente zur Verbesserung der Formen lebensphasengerechten Arbeitens sind unverzichtbare Bausteine dieses Prozesses“, erklären die Betreiber auf der Seite. Das BMG fördert das Projekt finanziell, daneben wird es wissenschaftlich begleitet und von einem Beirat unterstützt.

Das Portal hält viele Ideen und Anregungen für die tägliche Arbeitsorganisation bereit. So setzt das Universitätsklinikum Heidelberg etwa Hotelfachkräfte im Patienten-Service ein, um die Pflegenden zu entlasten. Die Zentralschule für Gesundheitsberufe St. Hildegard Münster bietet eine Teilzeitausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege an, die sich speziell an Bewerberinnen mit Kindern und an Alleinerziehende richtet. Den Verantwortlichen dieser Projekte ist wahrscheinlich schon mehrfach ein „Aber das geht doch nicht!“ begegnet. Dennoch: Wie wichtig es für Krankenhäuser ist, neue Wege zu beschreiten, betonte Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im BMG, auf der Berliner Fachtagung: „Im Hinblick auf den steigenden Fachkräftebedarf gerade auch im Gesundheitswesen sind verstärkte Anstrengungen der Krankenhäuser für ein attraktives Arbeiten in der Pflege unverzichtbar.“ Einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen kann da sicherlich nicht schaden.

Passend zum Thema ist gerade das Handbuch „Pflegewert. Wertschätzung erkennen – fördern – erleben“ erschienen, das aufzeigen soll, wie auch in der Pflege ein wertschätzendes Arbeitsumfeld geschaffen werden kann.

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