30
Mrz
2017
Patientenkommunikation    von: Lena Höckerschmidt

Bitkom-Studie: Trotz Digitalisierung – Angehörige sind eine wichtige Informationsquelle

Erneut stellt die aktuelle Umfrage des Digitalverbands Bitkom die positive Grundeinstellung der deutschen Bevölkerung gegenüber der Digitalisierung im Gesundheitswesen dar: Über die Hälfte der Befragten recherchieren Gesundheitsthemen im Internet, 45 Prozent nutzen Gesundheits-Apps und 18 Prozent der Befragten vereinbaren Arzttermine bereits online. Diese Tendenzen sind zurzeit in vielen unterschiedlichen bundesweiten Studien zu erkennen.

Allerdings wird in der Bitkom-Studie darüber hinaus deutlich, dass auch und besonders Angehörige eine große Rolle spielen, wenn es um Gesundheitsinformationen und Gesundheitsdaten geht.

Großes Einflusspotential der Angehörigen
So geben 65 Prozent der Befragten an, sich bei Familienmitgliedern, Freunden oder Bekannten zu Gesundheitsthemen zu informieren. Somit nutzt ein größerer Anteil der Befragten die Angehörigen als Informationsquelle als das Internet (55 Prozent). 32 Prozent der Befragten können sich darüber hinaus vorstellen, ihre Gesundheitsdaten von Familienangehörigen kontrollieren und durch sie an behandelnde Ärzte weitergeben zu lassen. Angehörige genießen damit zwar ein geringeres Vertrauen als behandelnde Ärzte (60 Prozent), sie stehen jedoch über den Krankenkassen (24 Prozent). Das Zepter in Sachen Gesundheitsdaten hat der Deutsche der Umfrage zufolge aber am liebsten noch selbst in der Hand. 74 Prozent der Befragten geben an, den Zugriff auf ihre digitalen Gesundheitsdaten selbst kontrollieren zu wollen.

Thema Angehörigenkommunikation beim 10. Kliniksprechertag
Über die Besonderheit der Angehörigen-Rolle referierte Dr. Doreen Reifegerste auf dem 10. Kliniksprechertag (kliniksprecher.de berichtete). Gerade bei Elektiven Eingriffen, dem Einsatz eines Gelenks beispielsweise, seien Angehörige von Bedeutung. Auch sie müssten von der Krankenhauskommunikation bedarfsgerecht angesprochen werden, erklärte die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hanover Center for Health Communication. Oftmals seien es die Angehörigen, die sich über die Qualität eines Krankenhauses beschweren. „Man kann sich sicher sein“, so Reifegerste, „Informationen suchen sie auf jeden Fall und das hat Auswirkungen.“

kliniksprecher.de meint: Wenn die Meinung von Angehörigen – wie es die aktuelle Bitkom-Studie darstellt, – für die Deutschen eine wichtige Informationsquelle ist, dann ist eine bedarfsgerechte Ansprache dieser Personengruppe im Krankenhaus eine bedeutsame Aufgabe. Die wesentlichen Informationen, die Sie für eine angemessene Angehörigenkommunikation benötigen, fasst Doreen Reifegerste in ihrer Präsentation zusammen. Neben verschiedenen Formen der Angehörigenkommunikation geht sie auf die Potenziale einer gezielten Ansprache dieser Personengruppe für die Qualität von Krankenhäusern ein. Der Vortrag ist untenstehend zum Download für Sie verfügbar:

 

 

 

 

 

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