In Zeiten des Loveparade-Unglücks und der Guttenbergschen Doktorarbeitsarie sind die Fragen nach Schuldbekenntnissen, Verantwortung und dem Umgang mit der Wahrheit vielfach diskutiert worden. Wie ein Leuchtturm sticht dazwischen Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Medizinischer Vorstand der Uni-Klinik Mainz, heraus. Als im August 2010 drei Babys in seiner Klinik nach der Gabe einer Infusionslösung gestorben waren, entschied sich der Mediziner von Beginn an für eine offene Informationspolitik. Pfeiffer zog deshalb alle Tatsachen in Betracht: vor allem die eigene Schuld. Als er in einer Pressekonferenz gefragt wurde, was die wahrscheinlichste Ursache für die Todesfälle sei, nannte er einen Fehler in der Uniklinik Mainz selbst. In einem Artikel des Magazins Chrismon spricht sich Pfeiffer für eine offene Fehlerkultur aus – und bekennt, dass er aufgrund seines evangelischen Wahrheitsverständnisses ohnehin Schwierigkeiten mit dem Lügen habe. Lesenswert!
Archiv für die Kategorie ‘Ethik’
Uniklinik Mainz: Mut zur Wahrheit
Freitag, 08. April 2011Copy und Paste in der Medienbranche
Mittwoch, 09. März 2011Nicht nur Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sorgte in den vergangenen Wochen mit Ideenklau für Furore. Auch Kristina Vogt, Landtags-Spitzenkandidatin der Bremer Linken, schrieb für eine Pressemeldung aus einer Meldung von radiobremen.de ab. Copy und Paste steht jedoch nicht nur bei Politikern hoch im Kurs. Auch die Medienbranche plagiiert, raubt und kopiert schamlos, glaubt man einem Beitrag auf sueddeutsche.de.
Da ist etwa von Journalisten die Rede, die ganze Absätze aus Reportagen ihrer Kollegen übernehmen, von Unternehmen, die nach einem Pitch die Idee einer Agentur einfach in Eigenregie umsetzen oder von TV-Produzenten, die Formate munter von der Konkurrenz kopieren. Das Urheberrecht greift nur in den seltensten Fällen – etwa, wenn der Plagiierte nachweisen kann, dass bei ihm Wort für Wort abgeschrieben wurde. Und Moral? Die sucht man vergebens.
Großmutters Körpertemperatur? Gefällt mir!
Donnerstag, 16. Dezember 2010Es klingt wie eine Ente: Mit einem Klick können wir künftig im Internet checken, wie es unserer Verwandtschaft in den Pflegeheimen der Marseille-Kliniken geht, berichtet das Ärzteblatt. Verschlüsselt abrufbar seien demnach Originaldaten aus der Pflegedokumentation wie Körpertemperatur, Gewicht, Blutdruck, Medikamentenvergabe, Pflegebehandlungen oder „sogar die Teilnahme an der Weihnachtsfeier“. Man wolle mit www.meingesundheitsbuch.de zu einer transparenteren Pflegequalität beitragen, lässt Vorstand Ulrich Marseille verlauten.
„Wie wollen wir sterben?“ – eine Rezension
Dienstag, 09. November 2010Meine 85-jährige Oma sagte vor einiger Zeit zu mir: „Wenn du mal in meine Wohnung kommst und mich am Boden liegend vorfindest, dann ruf nicht den Krankenwagen!“ Eine unbegreifliche Aussage für mich. Warum sollte ich ihr denn nicht helfen? Nach der Lektüre des Buches „Wie wollen wir sterben?“ von Michael de Ridder, Chefarzt der Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses, kann ich sie verstehen. In seinem Buch gibt de Ridder nämlich ein klares Plädoyer für eine neue Sterbekultur in Zeiten der Hochleistungsmedizin ab – und dabei ist er nicht zimperlich.
(weiterlesen…)
„Absenderklarheit ist die DNA im Internet“
Mittwoch, 13. Oktober 2010Das Internet gestaltet sich immer mehr zu einem unendlichen Raum von Meinungen, Wissen und oft auch Anonymität. Umso wichtiger ist es, dass der häufig undurchsichtigen Online-PR Grenzen gesetzt werden. Daher hat der Deutsche Rat für Public Relations im August das verbindliche Regelwerk zu “PR in digitalen Medien und Netzwerken” veröffentlicht. Es soll zu mehr Transparenz im Internet führen und Kommunikationstreibenden als Orientierungshilfe dienen.
kliniksprecher.de hat zu diesem Thema per Skype mit Dr. Alexander Güttler gesprochen. Er ist Mitglied des PR-Rats und war federführend an der Ausgestaltung der Richtlinien beteiligt.