Archiv für die Kategorie ‘Patientenkommunikation’

Der Arzt als Storyteller?

Dienstag, 13. Dezember 2011

Wenn Prominente ihre persönliche Krankheitsgeschichte in der Öffentlichkeit erzählen, geht das den meisten Menschen sehr nahe. Nicht selten werben sie dabei – bewusst oder unbewusst – für bestimmte Therapieformen oder Diagnosetechniken. Diese emotionalen Argumente, noch dazu präsentiert von Personen des öffentlichen Lebens, wirken oft überzeugender als trockene medizinische Studien. Stellen diejenigen ihr Schicksal in den Dienst zweifelhafter Kampagnen, ist dies aus wissenschaftlicher Sicht allerdings bedenklich. Zum einen öffnen sie damit Scharlatanen schneller Tür und Tor, zum anderen könnten sich weitere Betroffene verunsichert fühlen, die abweichende Informationen von ihrem Arzt erhalten haben. (weiterlesen…)

Übersetzerdienst washabich.de für Preis nominiert

Donnerstag, 25. August 2011

Die Nachfrage nach medizinischen Gutachten in verständlicher Sprache ist scheinbar groß: Erst kürzlich berichtete kliniksprecher.de über das Internetportal washabich.de. Seit Januar 2011 übersetzen Medizinstudierende höherer Semester hier unverständliche ärztliche Befunde für Patienten. Mittlerweile bearbeitet ein Team aus 220 ehrenamtlichen Mitarbeitern – neben angehenden Medizinern auch Ärzte und Psychologen – die zahlreichen Anfragen.

Aufgrund des nachhaltigen Konzepts wurde das Projekt jetzt für den diesjährigen Springer Medizin CharityAward nominiert. Einmal jährlich zeichnet die Fachverlagsgruppe soziales Engagement für die Gesundheitsversorgung aus und würdigt damit Menschen, die sich ehrenamtlich für Kranke und Bedürftige in Deutschland einsetzen. (weiterlesen…)

Patientenkommunikation: lege artis

Freitag, 10. Juni 2011

Was bitte ist eine Rhinitis? Und welche Krankheit bezeichnet das Wort Caphalgie? Verläuft eine Gastroenteritis womöglich tödlich? Auch wenn sich hinter den Begriffen nur ein Schnupfen, Kopfschmerzen und ein verdorbener Magen verbergen – medizinische Laien sind angesichts solcher Befunde oft ratlos. „Einen Übersetzerdienst für die Arztsprache: So etwas bräuchte man“, dachte sich deshalb die Medizinstudentin Anja Kersten, als sie einer Freundin wieder einmal eine Diagnose erklärte. Mit ihrem Kommilitonen Johannes Bittner startete sie daraufhin im Januar 2011 die Internetplattform washabich.de.

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“Solche Portale müssen öffentlich finanziert werden”

Donnerstag, 05. Mai 2011

Christoph Kranich, Verbraucherzentrale Hamburg

Im Interview mit kliniksprecher.de stellte Rasmus Meyer, Produktmanager bei klinikbewertungen.de, das Geschäftsmodell des Bewertungsportals vor. Der Knackpunkt: klinikbewertungen.de finanziert sich unter anderem durch diejenigen, die dort von den Patienten beurteilt werden sollen, nämlich die Kliniken. Um die Unabhängigkeit solcher Angebote zu wahren, plädiert Christoph Kranich von der Verbraucherzentrale Hamburg für ein öffentlich finanziertes Krankenhaus-Bewertungsportal – ähnlich dem Arzt-Navigator, den jetzt die Bertelsmann-Stiftung, AOK, Barmer GEK sowie einige Patienten- und Verbraucherverbände gestartet haben.

kliniksprecher.de: Welche Rolle spielt das Internet bei der Suche nach gesundheitsbezogenen Informationen?

Christoph Kranich: Es wird zunehmend wichtiger. Heute liegt die Nutzung des Internets für die Krankenhaussuche vielleicht noch unter zehn Prozent, aber sie wird steigen, weil das Internet schnell und aktuell ist. Außerdem werden die Jüngeren, die damit aufgewachsen sind, älter und suchen im Netz verstärkt nach gesundheitsbezogenen Informationen.
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Die Macht der Patienten

Dienstag, 03. Mai 2011
Rasmus Meyer, klinikbewertungen.de

Rasmus Meyer, klinikbewertungen.de

19 Millionen Deutsche suchen laut BITKOM gesundheitlichen Rat im Web. Allein das Portal klinikbewertungen.de verzeichnet nach eigenen Angaben 18 Millionen Besuche jährlich. kliniksprecher.de sprach mit Rasmus Meyer, Produktmanager bei klinikbewertungen.de, über das Geschäftsmodell.

kliniksprecher.de: Patienten beurteilen Kliniken – das Prinzip von klinikbewertungen.de ist eigentlich selbsterklärend. Doch wie verhindern Sie, dass Kommunikationsverantwortliche, Geschäftsführer oder Chefärzte das eigene Haus unter einem Pseudonym in den Himmel loben?

Rasmus Meyer: Da gibt es eine Reihe technischer Möglichkeiten, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. Ich bin grundsätzlich davon überzeugt, dass es für eine Klinik unvorteilhaft ist, sich selbst zu loben, weil das bei den Patienten Erwartungen schürt, die dann eventuell enttäuscht werden. Das führt erst recht zu negativen Bewertungen. Nutzer können sowieso meistens nachvollziehen, wer die Bewertung verfasst hat – ein Marketingmitarbeiter schreibt einfach anders als ein Patient. Wenn wir auf so etwas aufmerksam werden, dann kommentieren wir es entsprechend: ‚Dieser Erfahrungsbericht ist wahrscheinlich von einem Klinikmitarbeiter geschrieben worden.’

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