Save the date - 14. März 2018 - 12. Kliniksprechertag
19
Apr
2013
Einweisermanagement    von: Luislampe

Kliniken ohne Konzept: Studie zum Einweisermanagement

Unbestritten ist, dass ein gutes Verhältnis zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Allgemein- und Fachärzten wesentlich zum Erfolg eines Hauses beiträgt. Trotzdem haben die meisten Kliniken in diesem Bereich noch Nachholbedarf. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Roland Berger Strategy Consultants GmbH unter allen deutschen Akutkrankenhäusern hervor. Zwar betreiben über 70 Prozent der Krankenhäuser aus ihrer Sicht ein Einweisermanagement, allerdings mangelt es bei den meisten an der Umsetzung.

Vor allem fehlt vielen Häusern ein übergeordnetes Konzept, das allen Kliniken und Abteilungen klare Vorgaben macht. Oft entscheidet jede Fachklinik selbst über ihre Marketing-Aktivitäten. Diese sind davon abhängig, wie hoch der Chefarzt das Thema in seiner Abteilung aufhängt. Auch an der Auswertung der Einweiser-Daten hapert es. „Kliniken […] führen in der Regel ABC-Analysen durch“, heißt es in der Studie. Hier werden die Einweiser aber in erster Linie nach Fallzahlen statt nach Umsätzen kategorisiert. Ein weiteres Ergebnis: Die Nicht-Einweiser spielen im Rahmen des Einweiser-Marketings eine untergeordnete Rolle. Dabei könnten sie wichtige Informationen liefern, würde man sie befragen.

Weitere Kritikpunkte übt die Beratung an der Zusammenarbeit – und insbesondere an der Kommunikation: Nur zehn Prozent aller Kliniken verwenden bislang ein elektronisches Einweiserportal. Es dient dazu, sich über gemeinsame Patienten auszutauschen oder zum Beispiel die Nachsorge abzuklären. Professionelles Einweisermanagement kann also auch Abläufe und Kommunikationswege deutlich verbessern. Diese Botschaft sollten die Krankenhäuser stärker kommunizieren, meinen die Autoren der Studie.

30 Prozent der Akutkrankenhäuser wollen künftig ein Einweiserportal einführen, 70 Prozent ein einheitliches, zentrales Konzept erstellen. Doch gerade für die Kommunikation zwischen Kliniken und Einweisern gilt das Fazit der Studie: „Es gibt noch viel Raum für Verbesserungen.“

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