14
Sep
2017
Gesundheitskommunikation    von: Ploghöft

Patienten gut informieren lernen – es geht voran: Update

Update vom 14. September 2017: Das Ärzteblatt berichtet über eine Fachtagung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu den Themen Gesund­heits­förder­ung, Prävention und Verständ­nis von Patienten bzw. Gesundheitskompetenz. Wichtige Punkte unter anderem: Mehr Zeit für das Arzt-Patienten-Gespräch und Vergütung dieser Zeit.

Gesundheitskompetenz alias „Health literacy“ – schon oft hat sich kliniksprecher.de mit diesem Thema beschäftigt. Auch im Rahmen des 10. Kliniksprechertags in Münster ging es darum, wie Kliniksprecher mit ihrer Arbeit dazu beitragen können, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu steigern. Nachdem Bundesgesundheitsminister Gröhe im Januar gefordert hatte, das deutsche Gesundheitssystem müsse vor allem verständlicher und informativer werden, kam im Juni tatsächlich Bewegung in die Sache: Gemeinsam mit Vertretern von Ärzten, Apothekern, Krankenhäusern und vielen weiteren Partnern rief der Minister in Berlin die „Allianz für Gesundheitskompetenz“ aus. Gröhe dazu: „Wir brauchen dringend mehr verständliche Gesundheitsinformationen. Denn nur wer gut informiert ist, kann Gesundheitsrisiken vermeiden und im Krankheitsfall durch eigenes Verhalten zu einer erfolgreichen Behandlung beitragen.“ Doch wie sehen gute Gesundheitsinformationen eigentlich aus? Was genau macht sie verständlich?

Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin und die Fachwissenschaft Gesundheit der Universität Hamburg wollen hier eine Hilfestellung geben. Nach fünf Jahren Arbeit haben die Autoren nun die „Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation“ veröffentlicht. „[Die Leitlinie] zielt darauf ab, langfristig die Versorgung mit qualitativ hochwertiger Gesundheitsinformation sicherzustellen und damit informierte Entscheidungen zu befördern“, heißt es in der Einleitung. Die Leitlinie richtet sich an diejenigen, die Gesundheitsinformationen erstellen und gibt Empfehlungen zu bestimmten Fragen, beispielsweise: Welche Effekte hat es, die Zielgruppe in den Erstellungsprozess einzubeziehen? Welche Sprache sollte verwendet werden? Wie sollten Häufigkeiten dargestellt werden, damit der Leser Risiken einzuschätzen weiß?

Die Leitlinie – lesenswert für alle, die Patienten informieren – kann als ein Dokument oder auch in Kapiteln kostenfrei heruntergeladen werden: www.leitlinie-gesundheitsinformation.de.

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